Onlinehändler setzen auf Warenwirtschafts-Lösungen

Die Handelswelt befindet sich in einem rasanten Wandel vom klassischen Stationärverkauf hin zum
E-Commerce. Dennoch setzen viele Händler im Backoffice auf Kontinuität. Ein Beispiel dafür ist der
Warenwirtschafts-Bereich. Wie eine Auswertung des „E-Commerce Leitfadens“ zeigt, setzen rund 60
Prozent der Onlinehändler zusätzlich zu ihrem Onlineshop-System auf ein Warenwirtschaftssystem.
Die Gründe dafür können vielfältig sein: Während den einen die Artikelverwaltung ihres Shopsystems
nicht mehr ausreicht, steht für andere die Möglichkeit, mehrere Kanäle aus einer Datenbasis heraus
zu bedienen, im Vordergrund.


WaWi sorgt für Multichannel-Fähigkeit

So erklärten 45 Prozent der befragten Onlinehändler, ihr Warenwirtschaftssystem gleichzeitig für den
Online-Verkauf und den Betrieb eines Ladengeschäfts zu verwenden. 40 Prozent benutzen zudem die
in der Warenwirtschaft angelegten Daten für die Erstellung eines Katalogs.



Es verwundert daher kaum, dass die große Mehrheit der Studienteilnehmer den Wunsch nach
einem einheitlichen Datenbestand in allen Kanälen als wesentlichen Grund für den parallelen
Betrieb von Warenwirtschaft und Onlineshop-System nannte. Ein weiteres Motiv ist die Erhöhung
des Automatisierungsgrads in den Prozessen
und die damit einhergehende Verringerung
der anfallenden manuellen Tätigkeiten
. Ebenfalls häufig als Grund für den WaWi-Einsatz
wurden eine höhere Transparenz in den Prozessen sowie die von der Software angebotenen
Auswertungsmöglichkeiten genannt.


Verfügbarkeiten in Echtzeit anzeigen

Vor allem für Händler, die ihr Warenangebot über mehrere Kanäle verkaufen, erleichtert eine
Warenwirtschaftslösung zudem die Anzeige von Warenverfügbarkeiten. So erklärten 44 Prozent
der Studienteilnehmer, dass es durch ihr Warenwirtschaftssystem möglich ist, Verfügbarkeiten im
Onlineshop gleich nach Abschluss einer Bestellung abzugleichen. Von den Kunden wird eine Anzeige
der Warenverfügbarkeit – möglichst in Echtzeit – generell positiv bewertet.


Systematische Software-Strategie bringt Vorteile

Betrachtet man die Vorteile, die die Händler aus dem Betrieb ihrer WaWi-Lösung ziehen, überrascht
es, dass es in vielen Fällen offensichtlich eher ungeplant zum Aufbau des entsprechenden Systems
kam. So wurden nur bei 25 Prozent der Studienteilnehmer Warenwirtschaft und Onlineshop
gleichzeitig eingeführt. Die Hälfte der Händler baute dagegen den Shop erst einige Zeit nach der
WaWi-Einführung auf. Die Folge sind oft Schwierigkeiten bei der Abstimmung zwischen den beiden
Software-Modulen. So verfügt zwar rund die Hälfte der Händler über eine automatisierte Verbindung
durch eine Schnittstelle zwischen Warenwirtschaft und Onlineshop. Doch fast bei jedem Fünften
müssen Datenbestände noch manuell abgeglichen werden. Während viele aktuelle Softwarelösungen



bereits standardmäßig Schnittstellen anbieten, war dies für viele der befragten Händler nicht der Fall.
So sind bei zwei Drittel durch die Schnittstelle Kosten entstanden: Entweder durch Lizenzgebühren
oder durch Kosten für die Entwicklung bzw. Anpassung der Schnittstelle.


Die wichtigsten Anbieter

Ein interessantes Ergebnis der Befragung des „E-Commerce Leitfadens“ ist schließlich auch der
Überblick über die von den Onlinehändlern eingesetzten Warenwirtschaftssysteme. In abnehmender
Beliebtheitsreihenfolge sind dies die WaWi-Lösungen der Hersteller JTL Software, Lexware, Sage,
SAP, CAO, Microsoft, Actindo, Microtech, Amicron und Mad Geniuses.

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